Donnerstag, 29. November 2018

Pädagogium


Schüler stellen Durlachers Buch nach:
Video und Foto-Story als Ergebnis


Auch das Pädagogium beteiligte sich an der Aktion „Baden-Baden liest ein Buch“. Das Produkt der Arbeiten stellte die Sprecherin des Bündnisses „Baden-Baden ist bunt“ im Rahmen der Abschlusssitzung des Planungsteams vor.

Unter ihrem Lehrer Rüdiger Lorth gingen die Päda-Schüler im Deutschunterricht ganz unterschiedlich an die Thematik - eine Jugend im Dritten Reich in Baden-Baden – heran.

So wurden die wichtigsten Szenen aus Gerhard Durlachers Erinnerungen „Ertrinken“ in einem kleinen Video nachgestellt => KLICK

 



Eine zweite Gruppenarbeit mündete in einer Fotostory, hier ein paar Beispiele:






Oberlehrer Kreis

Rollenbiografie zur Figur des Oberlehrers Kreis
 
Im Zuge des Deutschunterrichts beschäftigte sich die Klasse 8 b des Gymnasiums Hohenbaden in Form von Rollenbiografien mit dem Buch „Ertrinken“ von Gerhard Durlacher.
Ein besonders beeindruckendes Beispiel hierfür ist die Arbeit von Felix Vogt, die der Schüler im September vor großen Publikum vortrug und viel Beifall dafür erntete. Hier sein Text im Wortlaut:


Rollenbiografie zur Figur des Oberlehrers Kreis

Ich bin Oberlehrer Kreis der Adolf- Hitler- Schule in Baden- Baden. Ich bin bereits älter und habe noch wenige Jahre bis zur Rente. Als Lehrer unterrichte ich die Schüler der Schule in Mathematik, Deutsch und Sport. Meine Arbeit gefällt mir gut, da ich es mag, kleinen Kindern Wissen beizubringen und an ihrem Leben teilzuhaben. Allerdings beunruhigen mich die jüngsten Entwicklungen. Gerade die Jungen, die wie Nazis denken, sind gefährlich und antisemitische Beleidigungen haben stark zugenommen. Ich bin mit meinem Gehalt zufrieden, da es für das Wesentliche ausreicht und meine Frau und ich uns eine geräumige Wohnung und regelmäßige Badbesuche leisten können. Ich lebe mit meiner Frau in der Sophienstraße, unweit von der Schule entfernt. Unser einziger Sohn hat leider kein gutes Verhältnis zu uns, da er selbst Nazi ist und uns verabscheut.
Ich bin kein Nationalsozialist und teile deren Ansichten auch nicht. Trotzdem verstelle ich mich in der Schule, da ich sonst große Probleme bekomme. Mein eigener Unterricht widert mich an. Ich täte nichts lieber, als Leo Wohleb zu folgen und die Adolf- Hitler- Schule vor den Nazis zu immunisieren. Doch Fritz’ Vater ist ein hohes Parteimitglied der Nazis. Ich habe Angst, selbst deportiert zu werden, daher verstelle ich mich und lasse das Horst-Wessel-Lied singen. In der Klasse 1a sind auch zwei Juden namens Gerhard und Walter. Ich bemitleide sie, traue mich jedoch nicht, ihnen zu helfen oder sie vor Unheil zu bewahren. Ich habe Fritz bestraft, als er Gerhard beleidigt hat, doch sein Vater hat mir gedroht, er werde mich ausliefern, wenn ich diesem „Drecksjuden“ helfe. Ich habe furchtbare Angst. Das Verstellen, der Anblick der Klasse, die mit sauber gewichsten Schuhen, gebügelten Hemden und Koppeln vor mir steht und mit dem Hitlergruß grüßt, lässt mich schaudern. Tag für Tag zu sehen, wie Juden misshandelt werden, ist für mich eine Qual. Und trotzdem unternehme ich nichts dagegen, weil die Sorge um mein Leben größer ist als die Kenntnis, dass täglich schuldlos Juden durch den Wahn nach einem Nationalstaat, durch die Euphorie für einen Mörder, für Adolf Hitler, hingeschlachtet werden, wie Schweine auf einem Schlachthof. Doch ich unternehme nichts gegen all das, ich rolle mich zusammen wie ein Igel und warte, bis alles vorbei ist. Ich fühle mich wie ein Staudamm, der in den Wogen bricht. Ich will all das nicht mehr hören, nicht mehr sehen, nicht mehr ertragen müssen. Und deshalb wünsche ich mir, dass das alles bald ein Ende nimmt, dass Juden, die nichts dafür können, nicht weiter verhöhnt werden, dass Deutschland zur Vernunft kommt und befreit wird von dem Parasiten, der sich in unseren Köpfen eingeschleust hat, Krieg und Hass seien erstrebenswert. Denn Krieg bringt nur Verluste und es kann nur Verlierer geben. Auch wenn ich wahrlich nicht sehr gläubig bin, so schaue ich nun zum Himmel auf und bete, dass dieses Unheil nun enden solle. Und wie schon Immanuel Kant gesagt hat, so bedienet euch eures Verstandes und beginnt zu denken. Ich möchte wieder mein Leben so leben, dass ich frei bin und nicht zu bangen brauche, irgendetwas gesagt oder getan zu haben, was mir zum Verhängnis wird.
Und ich weiß, ich bin keinen Deut besser als die Nazis, ich scheine ja auch einer zu sein. Aber ich hoffe, dass man mich richtig sieht, als einen, der das alles gar nicht will, als einen, der von Grund auf die Demokratie leben will und als einen, der nie Juden oder andere kulturell Motivierte ihrer Religion wegen diskriminieren würde. Alles, was man von mir weiß, und wie ich mich verhalte, ist eine Maske des Meinigen, ein angelegter Schutzschild, der meine wahren Gedanken vertuscht. Man möge mir vergeben, was ich getan habe. Nicht der feste Glaube daran veranlasst mich so zu handeln, sondern eine Angst, eine Starre, eine Fassungslosigkeit im tiefsten Inneren meines Herren.


Felix Vogt, Klasse 8b

Gymnasium Hohenbaden, Baden-Baden







Mittwoch, 14. November 2018

Schreibwerkstatt


Eine Stadt schreibt ein Buch
Szenische Lesung und Klanginstallation


Baden-Baden ist seit 1945 immer wieder zum Zufluchtsort für Menschen geworden, die ihre Heimat verlassen mussten. Sie sind aus Ostpreußen und der DDR, aus dem Iran und der ehemaligen Sowjetunion gekommen, vom Balkan, aus Afrika und Afghanistan, aus Syrien... Manche sind schon seit Jahrzehnten gegangen und haben längst einen deutschen Pass, andere sind erst seit einem Jahr hier. Für manche ist Baden-Baden Heimat geworden, für andere eine vorläufige Bleibe, in der sie noch keine Wurzeln geschlagen haben. In einer Schreibwerkstatt sind sie alle zusammengekommen und haben einen besonders emotionalen Moment ausgewählt, der viel über ihre Flucht oder ihren Neubeginn erzählt. Ihre Geschichten finden zwar zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt und sind in verschiedenen Ländern angesiedelt, aber sie teilen viele Erfahrungen. In einer szenischen Lesung mit zwei Schauspieler*innen und den Teilnehmenden der Schreibwerkstatt können die Zuhörer*innen daran teilhaben.

Die Teilnehmer der Schreibwerkstatt mit zwei der Kursleiterinnen, Ulla Hocker (rechts) und Angelika Schindler (3. von rechts)

Eine begehbare Klanginstallation der Berliner Künstlerin und ehemaligen Baldreit-Stipendiatin Rike Scheffler ergänzt die Veranstaltung: auf einer Bodenfolie sind Zitate der Geflüchteten nachzulesen und in einer mehrsprachigen Soundinstallation zu hören. So können die Zuhörer*innen selbst zu den Worten der Erzähler*innen gehen. Durch die Surround-Sound-Umsetzung entsteht der Eindruck, mitten in ihrer Welt zu stehen.


Mitwirkende: 
Kursteilnehmer*innen der Schreibwerkstatt „Baden-Baden schreibt ein Buch“, die Kursleiterinnen Ulla Hocker, Petra Mallwitz, Angelika Schindler und die Künstlerin Rike Scheffler. Schauspieler: Nadine Kettler und Ron Spieß 

Eintritt frei

Ort:
Dietrich-Bonhoeffer-Saal (Gemeindezentrum), Bertholdstr. 6a, 76530 Baden-Baden

Zeit:
Sonntag, 20. Januar 2019, es gibt zwei Termine, weil mit großem Andrang gerechnet wird: 13 und 16 Uhr!

Veranstalter*in:
Arbeitskreis Stolpersteine in Kooperation mit Aktionsfond ViRaL, Baden-Baden ist bunt, Evangelische Kirchengemeinde Baden-Baden, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Kulturamt Baden-Baden, Stadtbibliothek Baden-Baden, Theater Baden-Baden, Volkshochschule Baden-Baden

Kontaktdaten Veranstalter*in:
Evangelische Stadtkirchengemeinde, Pfarrstelle 1
Pfarrerin Marlene Bender, Bismarckstraße 16, 76530 Baden-Baden
Tel. 07221-391302, 
Mail: stadtkirchengemeinde@ekibad.de, 
Webseite: www.stadtkirche-baden-baden.de


Donnerstag, 11. Oktober 2018

Stadtrundgang II


Der verbrannte Traum“ wird wiederholt:
Stadtrundgang durch das jüdische Baden-Baden

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Nachdem der Stadtspaziergang mit Angelika Schindler und Josua Straß zu verschiedenen Stolpersteinen in Baden-Baden so großen Zuspruch gefunden hatte, wird nächste Woche der Wunsch nach einer Wiederholung erhört! Und war der Spaziergang im Sommer Teil der Aktion „Baden-Baden liest ein Buch“ des Bündnisses Baden-Baden ist bunt, so wird die Herbstveranstaltung am kommenden Dienstag, 16. Oktober, Teil der jüdischen Kulturtage sein. Die Einführung findet um 18 Uhr im Gartensaal der Stadtbibliothek statt, ein Rundgang durch die Innenstadt schließt sich an. Er beginnt um 19.30 Uhr vor dem Anwesen am Sonnenplatz 1. Der Eintritt ist frei.

Bericht über den Sommer-Spaziergang => KLICK

Die brennende Synagoge 1938 sollte das Ende eines Traums von Weltoffenheit werden, den Juden und Nichtjuden im internationalen Kurort Baden-Baden geträumt hatten. Bereits im 
19. Jahrhundert waren jüdische Gäste im Weltbad zahlreich vertreten, jüdische Bürger hingegen durften sich erst seit 1862 ansiedeln. Sie waren bald integriert und weihten 1899 ihre Synagoge ein, die im „kernig deutschen Stil“ erbaut worden war, wie die lokale Presse wohlwollend konstatierte.

Auch nach 1933 fühlten sie sich relativ sicher, denn die Nationalsozialisten verfolgten im internationalen Kurort zunächst einen anderen Kurs und sahen von den üblichen Repressalien ab. Der Badeort sollte als „Visitenkarte“ des Deutschen Reichs der Weltöffentlichkeit das neue Deutschland von seiner besten Seite zeigen. Diese Politik nährte bei jüdischen Bürgern und Gästen die Hoffnung, hier eine Nische gefunden zu haben. Ein gefährlicher Traum, der spätestens mit dem Novemberpogrom am 10.11.1938 sein Ende fand.

Nach einer kurzen Einführung im Ratssaal stellt die Historikerin und ARTE Redakteurin Angelika Schindler zusammen mit Buchhändler Josua Straß sieben Lebensgeschichten vor, die exemplarisch für das Schicksal der Baden-Badener Juden stehen. Dazu nehmen sie die Besucher mit auf einen Rundgang durch die Innenstadt zu ihren Wirkungsstätten.
Bei diesem Stadtspaziergang, der zugleich die Geschichte der jüdischen Gemeinde bis 1945 erzählt, kommen die porträtierten Personen mit Auszügen aus ihren Tagebüchern und Briefen zu Wort. Zahlreiche Photos ergänzen den Rundgang. Der Abschluss widmet sich dem Leben nach dem Überleben und stellt die Frage nach der zweiten und dritten Generation.

Die Jüdischen Kulturtage der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden stehen unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Margret Mergen und von Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch der beteiligten Städte Baden-Baden und Rastatt. 




 

Donnerstag, 27. September 2018

Jüdisches Leben


Viele Fragen - viele Anworten
... und manchmal wird es kompliziert

Auf eine wunderbare offene und breite Resonanz stieß während der interkulturellen Woche das Angebot der israelitischen Kultusgemeinde in Baden-Baden, das heutige Leben der Juden in der Stadt, ihre Religion und ihren Alltag kennenzulernen. 

 
Das Bündnis „Baden-Baden ist bunt“ gab im Rahmen der stadtweiten Aktion „Baden-Baden liest ein Buch“ den Anstoß, und die Kultusgemeinde griff die Idee sofort begeistert auf. Rabbiner Daniel Naftoli Surovtsev und seine umtriebige Büroleiterin Irina Grinberg machten sich umgehend an die Vorbereitungen, und man stieß überall in der Stadt auf offene Türen: Die Philharmonie ermöglichte mit dem „Trio Brahms Plus“ einen wunderbaren musikalischen Rahmen des Abends, 




das Kurhaus genehmigte das Aufstellen einer Laubhütte mitten in den Kolonnaden (zum ersten Mal!), und Oberbürgermeisterin Margret Mergen sagte spontan zu, ein Grußwort zu sprechen – in dem sie unumwunden zugab, dass auch sie recht wenig über das Judentum wusste – obwohl es doch bis auf die grausame Nazizeit immer zu Baden-Baden gehörte und gehört. Auch wenn sie den meisten Besuchern der abendlichen Informationsveranstaltung doch einiges voraus hatte, denn im Geschäftsleben wird und wurde sie bereits häufiger mit speziellen kulturellen Fragen dieser Art konfrontiert.




Der Tag war in zwei Teile gegliedert: Ab 17 Uhr lockte das Laubhüttenfest zum Erntedank mit einem großen Zelt mit Laubdach vor dem Kurhaus zahlreiche Besucher an. Es gab koscheres Essen und Getränke, mitreißende Gesangseinlagen und ebensolche Tänze. 








Rabbiner Surovtsev erklärte geduldig, was es mit den traditionellen Laubhüttengaben Zitronatzitrone (Etrog), Dattelpalmzweig, Weidenzweig und Myrrhe auf sich hatte.




Ab 19 Uhr verlagerte sich das Geschehen in den Gemeindesaal, wo Rabbiner Surovtsev und Religionslehrer Markus Sternecker unter Gesprächsleitung von Stefan Lutz-Bachmann geschlagene zwei Stunden Rede und Antwort standen, so interessiert und wissensdurstig zeigte sich das zahlreich erschienene Publikum. 

Das lernte einiges, was man sich so nie hätte vorstellen können: Dass Milch- und Fleischprodukte so streng voneinander getrennt werden müssen, dass ein Teller, auf dem aus Versehen beides landet, nur noch für den Polterabend oder als Geschenk für Nachbarn anderer Religion taugt. Dass man am Sabbat nichts tragen darf, weder Geld noch Fahrkarten, ja noch nicht mal sein eigenes Baby – zumindest nicht im öffentlichen Raum. Dass es durchaus auch eine „geile Sache“ sein kann, wenigstens an einem Tag in der Woche mal – gezwungenermaßen – das Handy ausgeschaltet zu lassen (bis auf seelsorgerische Notfälle). Dass Wein in dem Moment koscher wird, in dem ein Rabbiner ihn herstellt (und hier zeigte sich Rabbiner Surovtsev ein Herz für Weinliebhaber, hat er doch in einem Weingut im Murgtal geholfen und somit ganz offiziell nun für koscheren Wein in der Gemeinde gesorgt (der übrigens sehr trinkbar ist!). 

Auch für gastfreundliche Nicht-Juden hatte er einen Tipp, falls sie Schwierigkeiten haben, koscheres Essen zu servieren (welches die Gemeindeglieder mit einiger Übung – es gibt sogar spezielle Führungen für sie – in einem Supermarkt in Baden-Baden, aber auch in Straßburg finden): Mit Kaffee, Obst und Nüssen liegen Sie immer richtig! Wenn allerdings gekocht wird, dann wird es schwierig. Das, so ergänzte Markus Sternecker daraufhin, übernähmen daher gerne und lieber die Gemeindemitglieder selbst.



636 Gemeindeglieder zählt man derzeit in Baden-Baden, wobei ungefähr ein Drittel aus Rastatt kommt. Nicht alle übrigens sind so orthodox wie ihr Rabbiner, doch der trägt das mit Fassung. Manches müsse er nicht wissen, meinte er und lachte herzlich. Überhaupt war wohl das Fazit des Abends: Dass das Judentum gerne informiert, aber nicht missioniert. Das sei nicht ihr Anliegen, hieß es. Gott wolle nun mal die Vielfalt. - Nun, und davon gibt es reichlich in unserer bunten Stadt!

Hier geht es zur Webseite der israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden =>  KLICK




Montag, 24. September 2018

Rosie Dasch


Schrecklich und einprägsam:
Das Konzert von Rosie Dasch

Das Thema der Ermordung von Juden im Dritten Reich ist immer schrecklich. Aber noch viel schrecklicher ist es, Berichte aus einem Ghetto zu hören, Lieder zu hören, die diese Menschen in ihrem Elend, den sicheren Tod vor Augen, noch komponiert und gesungen und gespielt haben. Zu erfahren, wie diese Menschen zusammengetrieben wurden, weggesperrt, wie ihnen nicht erlaubt wurde, nach einem harten Arbeitstag außerhalb des Lagers Lebensmittel hineinzuschmuggeln, wie sie Tag für Tag erlebten, wie Nachbarn, Freunde, Verwandte abgeholt wurden und nie wiederkamen. 

Oder gar – ganz unvergesslich brennt sich das ein – zu hören, wie eine Frau und Mutter eindrücklich beschreibt, wie sie und ihre Töchter zur Erschießung geführt werden, die Töchter sterben und auch sie getroffen wird, aber irgendwann nachts im Massengrab in einem Blutbad aufwacht, verwundet, wie sie sich zu einem nahegelegenen Bauernhof schleppt - und wieder zurück ins Ghetto kommt, und es diesmal nicht überlebt.




Beklemmende Augenblicke waren dies. Unter dem Motto „Es iz geven a zumertog – es war an einem Sommertag“ zeichneten Roswitha Dasch und Ulrich Raue aus Wuppertal am Sonntag in der Lutherkirche in Lichtental die Geschichte des Wilnaer Ghettos im Spiegel seiner Lieder nach, und zwar exakt am 23. September, dem 75. Jahrestag der endgültigen „Räumung“ des Ghettos.


Enttäuschend wenig Zuhörer waren gekommen, aber sie erlebten einen ganz besonderen Abend, den sie so schnell nicht vergessen werden. Mit den nüchternen Texten und einem unter die Haut gehenden 13teiligen Liederzyklus ließen Dasch und Raue jene Zeit wieder auferstehen und gaben auf eindringliche Weise tausenden Ermordeten eine Stimme.


Auf Initiative von Gisela Erbslöh, die auch die einführenden Worte sprach, war es im Rahmen der interkulturellen Wochen Baden-Baden gelungen, die beiden Musiker nach Baden-Baden zu holen. Ihr Konzert war auf Einladung von Pfarrer Thomas Weiß von der evangelischen Luthergemeinde in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung und in Verbindung mit der Aktion „Baden-Baden schreibt und liest ein Buch“ zustande gekommen. 


 

Rosie Dasch hat sich seit Beginn der 1990er Jahre der Geschichte des Wilnaer Ghettos verschrieben, eine Lebensaufgabe, wie sie sagt. Sie hat Überlebende in Litauen aufgesucht, ihre Geschichten zusammengetragen, sich die Lieder vorsingen lassen, alles dokumentiert, eine Ausstellung aufgebaut, einen Film gedreht und ein Hilfswerk gegründet, das Spenden sammelt, um ehemalige Ghetto- und KZ-Häftlinge zu unterstützen, deren Not in Litauen auch heute noch groß ist.

Allein schon, um hierfür Spenden zu sammeln, hätte man sich für diese Veranstaltung einen größeren Rahmen und breitere öffentliche Aufmerksamkeit gewünscht.  

Und hier der Link zu Roswitha Daschs Webseite, und zwar direkt zu ihrem gemeinnützigen Verein mit Spendennummer => KLICK
 



Hier der Link zum Wikipedia-Eintrag über das Ghetto in Wilna =>

Laut Wikipedia war das Ghetto Vilnius, damals Ghetto Wilna, ein nationalsozialistisches Ghetto in der Altstadt der litauischen Hauptstadt Vilnius (deutsch Wilna), in das die deutschen Besatzer die jüdische Bevölkerung sperrten. Das Ghetto bestand aus zwei Teilen, dem Großen und dem Kleinen Ghetto, die voneinander durch eine Straße getrennt waren. 1931 betrug der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Vilnius, das als das Jerusalem des Ostens galt, 28 Prozent bzw. 55.000 Personen. Die meisten von ihnen wurden ermordet, zum großen Teil im nahe Vilnius gelegenen Ponar, heute ein Vorort der Stadt.






Samstag, 22. September 2018

Über das Judentum


Was Sie schon immer über
jüdisches Leben wissen wollten...

Musik, Tanz, Essen, Trinken, Fragen, Antworten

Im Rahmen der Aktion „Baden-Baden liest ein Buch“ beschäftigen sich in diesem Jahr viele Menschen mit dem Buch „Ertrinken“ von Gerhard Durlacher, der Kindheit eines jüdischen Jungen in Baden-Baden während des Dritten Reichs. Immer wieder werden in dem Buch auch Riten und Gebräuche des Judentums beschrieben.

1933 lebten in Baden-Baden 310 Menschen jüdischen Glaubens, am 1. Januar 1945 waren es noch 20. Heute ist, vor allem nach dem Zuzug jüdischer Migranten aus den ehemaligen GUS-Ländern, die israelitische Kultusgemeinde Baden-Baden/Bühl/Rastatt wieder auf mehr als 650 Mitglieder angewachsen. 

Foto: Pixabay
 

Und so ist es an der Zeit, dass wir uns näher kennenlernen sollten, denn nur so können Vorurteile verhindert und eventuell bestehende Vorbehalte abgebaut werden.

Die israelitische Kultusgemeinde Baden-Baden öffnet sich deshalb während der interkulturellen Woche in besonderer Weise.
Da während dieser Woche auch das jüdische Erntedankfest, das „Laubhüttenfest“, gefeiert wird, wird am Mittwoch, 26. September, nachmittags ab 17 Uhr in den Kurhauskolonnaden eine symbolische Laubhütte errichtet, es werden gegen einen geringen Unkostenbeitrag Proben koscheren Essens und Trinkens angeboten, begleitet von jüdischer Musik und Tanzdarbietungen.

Am Abend ab 19.30 Uhr ist ein Informationsabend über das jüdische Gemeindeleben in Baden-Baden heute und über den jüdischen Alltag geplant.

Rabbiner Daniel Naftoli Surovtsev wird hierbei einen Einblick in das Leben der Jüdischen Gemeinde in Baden-Baden von heute geben, Markus Sternecker, Lehrer für jüdische Religion am Richard-Wagner-Gymnasium, steht danach zusammen mit dem Rabbiner für alle Fragen zum „jüdischen Alltag“ zur Verfügung. Kaum jemand weiß zum Beispiel, was koscheres Essen ist, und was man servieren könnte, wenn man jüdische Gäste zu sich nach Hause einlädt.

Es soll ein entspannter, fröhlicher Abend werden.

Das „Trio Brahms plus“ der Philharmonie Baden-Baden mit Annette Konrad, Thomas Lukovich und Angela Yoffe wird den Abend musikalisch umrahmen.

Der Eintritt für den Abend ist frei. Spenden gehen an die neu errichtete Kinderspielgruppe der IKG.

=> 17 bis 19 Uhr Laubhüttenfest - in den Kurhauskolonnaden.
=> ab 19.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) Jüdischer Info-Abend - Jüdisches Gemeindezentrum, Sophienstraße 2, Baden-Baden (Gebäude der Deutschen Bank, Nebeneingang neben der Parkgarage)
Bitte beachten Sie: Der Zugang zur Abendveranstaltung im Saal des Gemeindezentrums ist leider nicht barrierefrei.

Keine Reservierungen, kommen Sie bitte rechtzeitig.

Veranstalter/-in:
Israelitische Kultusgemeinde Baden-Baden, gemeinsam mit dem Bündnis „Baden-Baden ist bunt".  


 


Freitag, 21. September 2018

Steinbach und Felix


Beeindruckender Vortragsabend
zum Thema Heimat und Exil




Erheblich mehr Teilnehmer als erwartet kamen gestern zum Vortragsabend von Dr. Peter Steinbach zum Thema Exil und Beheimatung, die Aula der Vincentischule wurde schnell gut gefüllt. Im Rahmen der Aktion „Baden-Baden liest ein Buch“ war Steinbach der Einladung von Volkshochschule und Bündnis „Baden-Baden ist bunt“ gefolgt, und riss das Publikum mit einem packenden Vortrag hin. Wie fühlt man sich im Exil? Was gibt man auf, wo geht man hin, was ist Heimat? Viele Fragen, die Steinbach anhand von Literaturzitaten erörterte. 


 

Neben Grußworten von Werner Schmall (Vincenti-Schule), Monika Burck (Volkshochschule) und Hanna Panther (Integrationsbeauftragte der Stadt) beeindruckte vor allem auch der Auftritt des 13jährigen Felix Vogt mit seiner Rollenbiografie zu Oberlehrer Kreis. 
 



Kreis spielt in Gerhard Durlachers Buch „Ertrinken“ eine Rolle, denn er war derjenige, der den kleinen Gerhard am Einschulungstag wieder heimschickte, weil er als jüdisches Kind nicht auf Klassenfoto kommen sollte, aber andererseits erlaubte er seinem Schüler auch zivilen Ungehorsam, nämlich den Hitlergruß nicht mitzumachen. Was ging in dem Kopf des Lehrers wohl vor? Felix Vogt versuchte eine Interpretation, die das Publikum und auch den Hauptredner des Abends begeisterte.





grünes Wohnzimmer


Im grünen Wohnzimmer bekamen
jüdische Jugendliche eine Stimme

Manchmal sind es die kleinen Dinge des Lebens, die besonders nachhallen. Diesen Eindruck nahmen die recht wenigen Zuhörer/innen mit, die sich am Mittwoch in Luthers Grünem Salon im Lutherhaus in Lichtental einfanden, und sich in die Erinnerungen jüdischer Kinder während der Verfolgung im Dritten Reich entführen ließen. Ein schweres Thema, für das man nicht jeden Tag in Stimmung sein kann. Entsprechend wurde aus dem großen Salon eher eine kleine, aber feine Wohnzimmerlesung. 

Foto:privat
 


Dank des Buches „Ertrinken“ von Gerhard Durlacher und der Initiative „Baden-Baden liest ein Buch“ erhielten die Erfahrungen jüdischer Kinder in der Verfolgung neue Aufmerksamkeit - ihr Leiden am alltäglichen Rassismus, ihre Hilflosigkeit, ihr Ausgeliefert-Sein. 

Anne Frank mit ihrem weltberühmten Tagebuch und die nur 15jährige Selma Meerbaum-Eisinger mit ihren zarten Gedichten standen für dieses Erinnern von Kindern und Jugendlichen in der Zeit des Nationalsozialismus. In Luthers „Grünem Salon“ bekamen sie durch Pfarrer Thomas Weiß und Märchenerzählerin Eva Egloff eine Stimme. Eine eindrucksvolle, schöne, runde Veranstaltung.



Dienstag, 18. September 2018

Unter Sternen


Außergewöhnliches Konzert
in der Lutherkirche in Lichtental




"Es iz geven a zumertog - Es war an einem Sommertag"

Unter dieser Überschrift gibt es im Rahmen der Aktion "Baden-Baden liest ein Buch" am Sonntag, 23. September, um 18 Uhr in der Lutherkirche in Lichtental ein ganz außergewöhnliches Konzert "Unter Sternen", nämlich über die Geschichte des Wilnaer Ghettos im Spiegel seiner Lieder.

Aus umfangreichen Recherchen in Litauen und einer Vielzahl persönlicher Gespräche mit Zeitzeugen entwickelte Roswitha Dasch ein
außergewöhnliches Konzertprogramm zur Geschichte des Wilnaer Ghettos.



Die Text-Musik-Collage „Es iz geven a zumertog“ beschreibt anhand von Überlebensberichten, wichtigen historischen Ereignissen und vor allem durch jiddische Lieder die Lebenssituation der jüdischen Bevölkerung im Wilnaer Ghetto auf ganz besondere Weise.
 
Roswitha Dasch und Ulrich Raue lassen Musik erklingen, die den
Menschen im Ghetto trotz aller Trauer und Verzweiflung immer wieder Mut und Hoffnung gegeben hat.
 
Im Rahmen der Aktion „Baden-Baden liest ein Buch“ schlägt das Konzert in der Lichtentaler Lutherkirche einen Bogen von der westjüdischen zur ostjüdischen Kultur. 



In Gerhard Durlachers „Ertrinken“ geht es um die bitteren Erfahrungen eines deutschjüdischen Kindes in Baden-Baden. Vierzehn Jahre älter als Durlacher war David Goetzel, ebenfalls in Baden-Baden geboren und aufgewachsen, aber mit ostjüdischem Hintergrund. Seine Familie war aus Ostpolen nach Baden-Baden gekommen. Goetzel wurde 1940 im Warschauer Ghetto interniert. Ihm gelang die Flucht, seine Schwestern aber wurden ermordet. Auch ihr Schicksal und ihre Kultur spiegeln sich in den Geschichten und Liedern dieses Konzerts.

Mit:
Roswitha Dasch, Violine, Gesang und Rezitation, Wuppertal
Ulrich Raue, Klavier und Rezitation, Hannover
Gisela Erbslöh, Einführung, Baden-Baden

Ort:
Evang. Lutherkirche, Hauptstr. 51, 76534 Baden-Baden/Lichtental

Zeit:
Sonntag, 23. September 2018, 18 Uhr

Kosten:
Eintritt frei, um eine Spende am Ausgang wird gebeten

Veranstalter*in:
Evang. Erwachsenenbildung Baden-Baden in Kooperation mit Evang. Luthergemeinde Baden-Baden (07221-97980) – im Rahmen von „Baden-Baden liest ein Buch“



Donnerstag, 13. September 2018

Steinbach


Exil - kann das jemals eine neue Heimat sein?
Vortrag über Vertreibung, Entheimatung, Erinnerung

Was bedeutet es zu fliehen? Ankommen - was ist das? Kann „ankommen“ überhaupt möglich sein? Flucht und dann ein Leben im Exil bedeuten immer einen gewaltiger Umbruch im Leben. Und die „Aufnahme-Gesellschaften“ reagieren oftmals nicht erfreut, sondern in der Regel ablehnend, und verstärken dadurch die Not der Emigranten. Diese haben schon genug mit anderen Dingen zu kämpfen, sie können die Sprache des Aufnahmelandes nur schlecht und werden als fremd empfunden und misstrauisch beäugt, weil sie vielleicht anderen Menschen den Arbeitsplatz wegnehmen könnten. Themen, die nicht erst seit heute aktuell sind.

Es sind Erkenntnisse, wie sie der Historiker Prof. Dr. Peter Steinbach in langen Jahren Forschungsarbeit gewonnen hat. Das Bündnis „Baden-Baden ist ist bunt“, der Arbeitskreis „Stolpersteine“ und die Volkshochschule haben den Wissenschaftler deshalb eingeladen, im Rahmen der Aktion „Baden-Baden liest ein Buch, Gerhard Durlacher: Ertrinken“ einen Vortrag zu halten.

Grußworte werden die Leiterin der Volkshochschule, Monika Burck, und die Integrationsbeauftragte der Stadt, Hanna Panther, sprechen.

Exil – eine neue Heimat? Vertreibung, Beheimatung, Erinnerung“ so heißt der Titel seines Vortrag, den er am 

Donnerstag, 20. September, um 19 Uhr in der Aula der Vincenti-Grundschule 

halten wird. Der Ort wurde bewusst ausgewählt, denn in der Vincenti-Schule hatte Gerhard L. Durlacher seine ersten Schuljahre verbracht und dieser Zeit in seinem Buch "Ertrinken" einige Passagen gewidmet. So erinnert er sich beispielsweise an den ersten Schultag, als ein gewisser Oberlehrer Kreis ihn als jüdisches Kind von den anderen Kindern separieren wollte - oder musste.


Eine Szene, die übrigens bis heute nachwirkt, denn im Zuge der Aktion "Baden-Baden liest ein Buch" hat sich auch die Klasse 8b des Gymnasiums Hohenbaden mit dem Thema beschäftigt. Es wurden Rollenbiografien angefertigt, und einer der Schüler, der 13jährige Felix Vogt, schlüpfte dabei sehr überzeugend und einfühlsam in die Figur des Oberlehrers Kreis. Was dachte dieser Mann? Warum handelte er so? Warum konnte er nicht anders entscheiden? Felix wird im Rahmen des Vortragsabends seine Überlegungen dazu vorstellen.

 

Anschließend wird der Referent des Abends, Prof. Steinbach, die Geschichte des Exils mit einer Betrachtung von Exil-Literatur verbinden, vor allem aber auch die Umstände der erhofften und verweigerten Beheimatung aufgreifen. Dabei wird es auch um Gerhard L. Durlacher und seine literarisch manifestierte Zeitzeugenschaft gehen. 

Mit den Romanen "Exil" von Lion Feuchtwanger, im "Wendepunkt" von Klaus Mann, in "Transit" von Anna Seghers und in den "Flüchtlingsgeschichten" von Brecht können wir die Herausforderungen des Lebens im Exil begreifen lernen. Exil und Flucht bedeuten Enthausung und Entheimatung. Die Aufnahmegesellschaften reagierten in der Regel ablehnend und verstärkten die Not des Emigranten.

Der durchschnittliche Emigrant hatte - anders als Thomas Mann und Feuchtwanger - keine große Berufserfahrung, beherrschte die Sprache seiner Zufluchtsländer schlecht, wurde als fremd und als Konkurrent auf dem Arbeitsmarkt empfunden. Hinter ihm lagen Gefahren und Enttäuschungen, die erklären, weshalb nur wenige Flüchtlinge Vertrauen zu Mitmenschen, Staaten und Institutionen fassen konnten und seelisch gezeichnet blieben.

In diesem Zusammenhang wird Steinbach auch auf Anna Gmeyners Roman "Manya" eingehen (Aufbau-Verlag), den manches mit Durlachers "Ertrinken" verbindet.


Foto: U. Bandl

Zur Person:
Prof. Dr. phil. habil. Peter Steinbach (Jahrgang 1948) studierte Geschichte, Politikwissenschaft, Pädagogik und Philosophie. 1978 erfolgte die Doppelhabilitation in Neuerer und Neuester Geschichte und Politikwissenschaft. Er lehrte an der Universität Passau, der Freien Universität Berlin, der Universität Karlsruhe und Mannheim. 2013 emeritierte er. Weiterhin ist er seit 1983 Wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, seit 2001 Vorsitzender des Internationalen Beirats der Topographie des Terrors und war 2004 bis 2008 kommissarisch auch Wissenschaftlicher Direktor der Topographie des Terrors.

Donnerstag, 20. September, 19 Uhr, Aula der Vincentischule 

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Eine Kooperation des "Bündnisses Baden-Baden ist bunt" und dem Arbeitskreis Stolpersteine mit der Volkshochschule Baden-Baden und der Vincenti-Schule. 
Bitte beachten Sie: Der Zugang zur Aula im zweiten Stock der Schule ist leider nicht barrierefrei. 

Die Veranstaltung kam auf Inititiave des ehrenamtlichen Arbeitskreises Stolpersteine zustande. Hier freut sich immer über Spenden für weitere Stolpersteine:

Empfänger: Stadtarchiv Baden-Baden
Verwendungszweck: Stolpersteine (bitte unbedingt angeben)

Sparkasse IBAN: DE25 6625 0030 0000 0108 68
Volksbank IBAN: DE40 6629 0000 0280 1754 04



 


 

Donnerstag, 6. September 2018

Grüner Salon


Lesung über die Erfahrungen 
jüdischer Kinder in der Verfolgung

... am Beispiel von Anne Frank und Selma Meerbaum-Eisinger

Dank des Buches „Ertrinken“ von Gerhard Durlacher und der Initiative „Baden-Baden liest ein Buch“ erhalten die Erfahrungen jüdischer Kinder in der Verfolgung neue Aufmerksamkeit - ihr Leiden am alltäglichen Rassismus, ihre Hilflosigkeit, ihr Ausgeliefert-Sein. 

Dies nimmt Pfarrer Thomas Weiß zum Anlaß, zu einer Veranstaltung des jungen Erinnerns in Luthers Grünem Salon im Lutherhaus in Lichtental einzuladen.



Anne Frank mit ihrem weltberühmten Tagebuch und Selma Meerbaum-Eisinger mit ihren zarten Gedichten stehen eben für dieses Erinnern von Kindern und Jugendlichen in der Zeit des Nationalsozialismus. In Luthers „Grünem Salon“ wird auf sie gehört.

mit:
Eva Egloff, Märchenerzählerin, Baden-Baden
Thomas Weiß, Pfarrer und Autor, Baden-Baden

Ort:
Lutherhaus, Maximilianstr. 82, 76534 Baden-Baden/Lichtental

Zeit:
Mittwoch, 19. September 2018, 19 Uhr

Kosten:
Eintritt frei, Spenden am Ausgang erbeten

Veranstalter*in:
Evang. Erwachsenenbildung Baden-Baden in Kooperation mit Evang. Luthergemeinde Baden-Baden (07221-97980) – im Rahmen von „Baden-Baden liest ein Buch“.